Diakonie Mitteldeutschland

24.03.2006 | Diakonie ruft zu Kinderbuch-Spenden auf


Der Internationale Kinderbuchtag am 2. April ist Anlass für einige Einrichtungen der Diakonie Mitteldeutschland, zu Bücherspenden aufzurufen. Wärmestuben, Kleiderkammern und Beratungszentren der Diakonie sind bekannt dafür, konkrete Hilfen in sozialen und individuellen Notlagen zu leisten. Die Bitte um Bücherspenden in 20 Thüringer Städten und in 5 Städten in Sachsen-Anhalt soll nun auf einen noch wenig bekannten Zusammenhang aufmerksam machen. Im Rahmen des Jahresthemas der Diakonie Mitteldeutschland „Wenn Armut Mauern baut“ soll mit der Kinderbuch-Aktion verdeutlicht werden, dass Armut auch in Deutschland zu nachweislich geringeren Bildungs- und Entwicklungschancen führt. Das bestätigen sowohl die PISA-Tests als auch die aktuelle Studie des niedersächsischen Kriminologen Christian Pfeiffer, der nachgewiesen hat, das Kinder von arbeitslosen Eltern weitaus länger fern sehen, mehr Gewalt erfahren und anwenden und im Durchschnitt schlechtere Noten haben.
Die Diakonie Mitteldeutschland und die beteiligten Einrichtungen rufen dazu auf, in der Woche vom 27. bis 31. März „ausgelesene“ Kinderbücher zu spenden. Am 3. April soll ein Teil dieser Bücher aus Anlass des Internationalen Kinderbuchtages an Kinder aus Kindertagesstätten und Grundschulen übergeben werden. Die Bücherspenden sollen vor allem Kinder aus einkommensschwachen Familien erhalten. „Lesen ist ein wesentlicher Grundzugang zu Bildung, ein gutes Buch kann Prägekraft für das ganze Leben entfalten und erweitert durch Phantasie und Wissen schon früh den eigenen Horizont. Gute Geschichten lassen uns nicht nur dem Alltag entfliehen, sondern bestimmen auch nachhaltig unsere Wertvorstellungen.“, so Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg, Chef der Diakonie Mitteldeutschland, zum erstmaligen Aufruf dieser Art.
Erwünscht sind vor allem „wertvolle“ Kinderbücher, die Wissen, positive Erfahrungen oder kindgerecht neue Anregungen vermitteln können.

Der Internationale Kinderbuchtag geht auf den Geburtstag des dänischen National-Schriftstellers Hans-Christian Andersen zurück (2. April 1805). Für den weltweit wohl bekanntesten Kinderbuch-Schriftsteller war das Schreiben die Chance, den eigenen ärmlichen Verhältnissen zu entkommen. Der Sohn eines Schuhmachers und einer Wäscherin (die Mutter starb später im Armenhaus) entflieht der Armut als 14jähriger nach Kopenhagen. Die armseligen Verhältnisse liefern Andersen später Motive für viele seiner Märchen und den häufig schlechten Ausgang seiner Geschichten („Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“).
 
 
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