Gedanken zur Jahreslosung

„Gott spricht:
Siehe, ich mache alles neu!“

(Offenbarung 21,5)


Neu klingt doch gut! Und dann gleich alles! Vollmundiger geht es wohl kaum. Schön wäre es!

Die Jahreslosung spricht eine innere Sehnsucht an. Was möge nicht alles gut werden: ein Ende des Sterbens in der Ukraine, weniger Flucht und Vertreibung, weniger polarisierende Kommunikation, verlässliche Rahmenbedingungen und anderes mehr.
Und persönlich kann jeder diese Listen für sich fortsetzen. Ich hoffe, sie gehen mit hoffnungsvoller Sehnsucht und nicht nur nüchternem Realismus in das neue Jahr.
Die Jahreslosung eröffnet nun die ganz große Perspektive. Am Ende der Zeit wird Gott alles neu machen. Der, der alles geschaffen hat, der hat auch die Kraft zu erneuern. In der Vision des Johannes wird eine Zeit angekündigt, in der es keinen Tod, kein Leid und keinen Schmerz mehr geben wird. Wie wunderbar. Schnell höre ich in mir ein „aber“ – zu idealistisch, zu schön, um wahr zu sein.

Dennoch: Mit dieser großen Perspektive sind Christinnen und Christen auch immer Menschen der Hoffnung und der Zuversicht. Gott wird es gut sein lassen und wird alles gut machen. Das ist keine Illusion, sondern seine verlässliche Zusage. Die Auferstehung Jesu ist so ein Strahl dieser großen Kraft Gottes, die alles Schmerzhafte und Traurige, sogar den Tod überwinden wird.

Für mich ist die Jahreslosung Hinweis, auch etwas Mahnung, gerade in krisenhaften und herausfordernden Zeiten zuversichtlich zu bleiben. Wir engagieren uns dort, wo wir Verantwortung tragen, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Wir müssen nicht die
Welt retten, das überlassen wir dem Schöpfer. Lassen sie uns mutig und ermutigt miteinander für die Diakonie und damit für die Menschen da sein.

OKR Christoph Stolte