Kinderbuchaktion 2008

Bildung ist der sicherste Weg aus prekären Lebenslagen
Mehrere hundert Kinderbücher wurden wieder im Vorfeld des internationalen Kinderbuchtages gespendet. Im dritten Jahr der Aktion waren fünf Einrichtungen in Eisenach, Halberstadt, Halle, Hildburghausen und Ilmenau beteiligt.
Wärmestuben, Kleiderkammern und Beratungszentren der Diakonie sind bekannt dafür, konkrete Hilfen in sozialen und individuellen Notlagen zu leisten. Die Bitte um Bücherspenden sollte nun wiederholt auf den Zusammenhang von Armut und Bildung aufmerksam machen, der inzwischen von führenden Vertretern der Bundesregierung auch für Deutschland anerkennt wird. Besonders die zunehmenden Armutsprobleme bei Kindern und Jugendlichen sind in öffentlichen Diskussionen kein Tabuthema mehr. Die Diakonie Mitteldeutschland weist mit der Kinderbuch-Aktion seit 2006 auf die nachweislich geringeren Bildungs- und Entwicklungschancen für Kinder in prekären Lebenslagen hin. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 1. Februar auf einer Diakonie-Festveranstaltung erklärt, dass Bildung der sicherste Weg aus prekären Lebenslagen ist.
Lesen ist ein wesentlicher Grundzugang zu Bildung, ein gutes Buch kann Prägekraft für das ganze Leben entfalten und erweitert durch Phantasie und Wissen schon früh den eigenen Horizont. Gute Geschichten bestimmen auch nachhaltig unsere Wertvorstellungen.“, so Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg, Chef der Diakonie Mitteldeutschland, zum dritten Aufruf dieser Art.
In den letzten drei Jahren wurden in Thüringen und Sachsen-Anhalt mehrere tausend Kinderbücher gespendet. Die Aktion der Diakonie Mitteldeutschland zum Kinderbuchtag ist deutschlandweit bislang einmalig.

Der Internationale Kinderbuchtag geht auf den Geburtstag des dänischen National-Schriftstellers Hans-Christian Andersen zurück (2. April 1805). Für den weltweit wohl bekanntesten Kinderbuch-Schriftsteller war das Schreiben die Chance, den eigenen ärmlichen Verhältnissen zu entkommen. Der Sohn eines Schuhmachers und einer Wäscherin (die Mutter starb später im Armenhaus) entflieht der Armut als 14jähriger nach Kopenhagen. Die armseligen Verhältnisse liefern Andersen später Motive für viele seiner Märchen und den häufig schlechten Ausgang seiner Geschichten („Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“).

https://www.diakonie-mitteldeutschland.de/archiv_2008_kinderbuchaktion_2008_de.html