Mitgliederversammlung in Halle

Kirche und Staat sind zwar getrennt, aber in sozialer Verantwortung miteinander verbunden. Beide haben die Verpflichtung, dem Menschen zu dienen.“, so Thüringens Sozialministerin Christine Lieberknecht auf der Mitgliederversammlung der Diakonie Mitteldeutschland. Die Theologin war gern der Einladung nach Halle gefolgt, erklärte sie vor etwa 100 Vertretern von diakonischen Einrichtungen und Kirchenkreisen in Sachsen-Anhalt, Thüringen und aus Regionen Brandenburgs und Sachsens. August-Hermann Francke, der große Sozialreformer des 18. Jahrhunderts, diente der Sozialministerin als Zeuge für die traditionell guten Verbindungslinien zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen. Francke wuchs in Gotha auf, wirkte in Erfurt als Pfarrer und baute in Halle ein Waisenhaus auf, die Grundlage für die bis heute bestehenden Franckeschen Stiftungen. „Francke war ein hervorragender Spendensammler und seine Arbeit war geprägt von großem Gottvertrauen.“

Lieberknecht bezeichnete die Kinderarmut in Deutschland als einen Skandal. „Unsere eigenen Zahlen im Sozialministerium bestätigen die Studien der Sozialverbände.“ Die Ministerin sprach angesichts der „Gier der globalen Finanzwirtschaft“ und dem Kontrastprogramm der uneigennützigen Menschlichkeit in der sozialen Arbeit von der Notwendigkeit neuer Regelwerke: „Was wir heute erleben, hat Ludwig Erhardt nicht gemeint in seinem Entwurf der sozialen Marktwirtschaft.“ Und abschließend richtete sich die Thüringer Sozialministerin an die Mitgliederversammlung der Diakonie: „Christliche Wertmaßstäbe sind die Grundlage für moderne Sozialpolitik.“

https://www.diakonie-mitteldeutschland.de/archiv_2008_mitgliederversammlung_in_halle_de.html