Diakonie-Memorandum eröffnet Diskussion

In den letzten Tagen und Wochen haben zahlreiche Landes- und Bundespolitiker in Sachsen-Anhalt und Thüringen ein Memorandum der Diakonie Mitteldeutschland in ihrer Post gefunden. Unter dem Titel „Facetten von Armut und Ausgrenzung“ wird in sieben Kapitel aufgezeigt, wie und wo Menschen in den beiden Bundesländern konkret unter Armut und Ausgrenzung leiden.

Aus christlicher Nächstenliebe versteht sich die Diakonie Mitteldeutschland als Stimme für arme und ausgegrenzte Menschen. „Wir machen aufmerksam auf die Ursachen von Armut und Ausgrenzung. Wir setzen uns für die Rechte armer Menschen ein, bringen die Probleme in Politik und Öffentlichkeit zur Sprache und fordern stellvertretend die Solidarität der Gesellschaft ein.“ erklärt Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland. „Deshalb sind unsere Verhältnisbeschreibungen, die auf alltäglichen Beobachtungen in unseren Einrichtungen gründen, auch mit konkreten Forderungen an Politik und Gesellschaft verbunden.“ Inzwischen gibt es einige mündliche und schriftliche Reaktionen von Politikern, die sich zum Teil sehr konkret mit dem Diakonie-Memorandum auseinandersetzen.

Das Papier war auch Anlass für ein Gespräch mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer am 27. September. (rechts im Bild Christine Lohn, Referentin Kinder- und Jugendhilfe) „Ich bin sehr erfreut darüber, dass unser Dialog-Angebot eine gute Resonanz findet.“ sagt Diakoniechef Grüneberg. Dabei darf und muss auch um Positionen und Schlussfolgerungen gestritten werden. „Viele dieser Fragen haben wir schon vor Jahren thematisiert und wir werden sie auch in Zukunft vorbringen müssen.“

Aus christlicher Verantwortung sieht die Diakonie Mitteldeutschland die Aufgabe, selbst daran mitzuwirken, dass eine gerechte Gesellschaft entstehen kann, in der Menschen frei von Stigmatisierung und Benachteiligung solidarisch zusammen leben, in der alle Menschen Chancen auf Bildung, auf Erwerbsarbeit und Existenz sichernde Löhne, auf Gesundheit und Integration in das gesellschaftliche und kulturelle Leben haben, in der die Gegensätze von Arm und Reich überwunden sind. Das Memorandum ist ein Beitrag der Diakonie Mitteldeutschland zum Europäischen Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Die 30seitige Broschüre ist auf der Internetseite der Diakonie Mitteldeutschland zu finden und kann in gebundener Form kostenfrei bestellt werden. Hier gibt es das Diakonie-Memorandum als PDF.

https://www.diakonie-mitteldeutschland.de/archiv_2010_diakonie-memorandum_eroeffnet_diskussion_de.html