Unser Spendenaufruf nimmt die 100.000-Marke

In der Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti konnten wir mit Anfang dieser Woche bekannt geben, dass auf unseren Spendenkonten für Haiti inzwischen mehr als 100.000 Euro eingegangen sind. „Das ist eine erfreuliche Resonanz. Das Geld wird für die Nothilfe und den Wiederaufbau in Haiti dringend gebraucht und die Diakonie Katastrophenhilfe und deren Partnerorganisationen werden in ihrem Einsatz vor Ort bestärkt.“ erklärt Eberhard Grüneberg.

Inzwischen sind viele Kirchengemeinden und Diakonieeinrichtungen mit eigenen Aktionen und Sonderkollekten dem Aufruf der Diakonie gefolgt. So hat die Luthergemeinde in Halle am Sonntag die Lichtmessfeier als Benefizkonzert für die Katastrophenhilfe genutzt.

In Neinstedt (Nordharz) haben sich heute die Erzieherinnen der Kita in den Neinstedter Anstalten etwas ganz besonderes einfallen lassen. In einem Elternbrief wurde angekündigt, dass die Erzieherinnen Früh­stück, Mittagessen und Kaffeetrinken sponsern würden und die Eltern wurden gebeten, das eingesparte Essengeld ihren Kindern als Spende für Haiti mitzugeben. Es gab Spaghetti mit Tomatensoße, süßen Quark und selbst gebackenen Kuchen für 70 Kinder. „Die Resonanz war überwältigend.“, sagt Kita-Leiterin Kerstin Gärtner. Statt 1,40 Euro Essengeld pro Kind und Tag kamen weit mehr zusammen. Zum Mittag zählte Gärtner gut 320 Euro im Spendentopf. „Wir haben einfach eine Form gesucht, wie wir mit den Kindern über die Katastrophe sprechen können und gemeinsam etwas tun können.“

In Haiti sind Kinder von den Folgen der Katastrophe besonders betroffen. Rainer Lang von der Diakonie Katastrophenhilfe berichtet, dass zu den Kindern, die schon vor dem Erdbeben von ihren Eltern in Waisenhäuser gebracht worden seien, weil sie diese nicht mehr ernähren konnten, nun noch die Kinder hinzu kämen, die ihre Eltern verloren hätten. Viele Waisenhäuser seien jedoch durch das Erdbeben beschädigt worden, so Lang.

Mudha, die Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, unterstützt momentan ein kirchliches Waisenhaus in Leogane, das völlig zerstört worden ist. Die rund 90 Waisen sind im Freien untergebracht, benötigen jedoch umfangreiche Hilfe. Rund 30 Freiwillige von Mudha kümmern sich um die kleinen Kinder in der Einrichtung. „Wir wissen im Moment nicht, wie wir das Gebäude wieder aufbauen können“, sagt Johny Jean, der Leiter der Einrichtung. Zwei Mitarbeiter sind bei dem Erdbeben umgekommen, einem fünfjährigen Mädchen mussten beide Füße amputiert werden.

Sich selbst überlassene und behinderte Kinder zählen nach Einschätzung der evangelischen Hilfswerke Diakonie Katastrophenhilfe und „Brot für die Welt“ nach dem schweren Erdbeben zu den am meisten gefährdeten Gruppen in Haiti. Mit den Behinderteneinrichtungen von CES, der haitianischen Partnerorganisation von „Brot für die Welt“ in Port-au-Prince sei eine für das Land einzigartige Einrichtung durch das Erdbeben zum größten Teil zerstört worden, sagt Jean Philippe Viala.

Der Vertreter von „Brot für die Welt“ in Haiti hatte am Wochenende die Schule und die Behindertenwerkstatt von CES in der haitianischen Hauptstadt zusammen mit der Direktorin Maryse Jean Jacques besichtigt. Die Gebäude sind durch das Erdbeben so stark beschädigt, dass sie nicht mehr benutzt werden können.

Jacques hofft, dass die rund 60 Schüler und 60 Mitarbeiter der Werkstatt sowie Hunderte von Familien, die auf die Arbeit von CES angewiesen sind, das Erdbeben überlebt haben. Sie seien in der schwierigen Situation äußerst gefährdet, betont sie. Außerdem müssten viele der Behinderten regelmäßig Medikamente einnehmen. CES will die Behinderten nun über das Radio aufrufen, sich zu melden. Außerdem will die Organisation in den provisorischen Notunterkünften nach ihren Schützlingen suchen.

Diakonie Katastrophenhilfe und „Brot für die Welt“ betreiben jetzt die Vorbereitungen für den Wiederaufbau des Waisenhauses in Leogane und der Behinderteneinrichtung in Port-au-Prince. Die Diakonie Mitteldeutschland bittet dafür weiter um Spenden.

Konto 800 8000, BLZ 520 604 10 (Evangelische Kreditgenossenschaft),
Kontoinhaber Diakonie Mitteldeutschland, Kennwort: Erdbebenopfer Haiti.

https://www.diakonie-mitteldeutschland.de/archiv_2010_unser_spendenaufruf_nimmt_die_100_000-marke_de.html