"alles erlaubt" - Der Impulstag für Diakonie und Gemeinde

Was erlaubt ist und was man besser verbietet, was wir einander zugestehen oder lieber untersagen, was geregelt gehört oder der Verantwortung des Einzelnen anheimstellt – das waren Themen, die gestern rund 600 Teilnehmer des Impulstages für Diakonie und Gemeinde im Congress Center der Messe Erfurt diskutierten (Fotoalbum). Unter ihnen waren auch drei Teilnehmer, die sich als Redner mit diesen Fragen besonders intensiv auseinandersetzten: Ralf-Uwe Beck, Mitglied im Bundesvorstand von „Mehr Demokratie“ und Pressesprecher der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Pfarrer Mag. Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich und Dr. Holger Poppenhäger (SPD), Justizminister im Freistaat Thüringen.

Ralf-Uwe Beck erklärte am Vormittag in seinem Impulsreferat: „Für die Gestaltung einer Gesellschaft, einer Einrichtung, einer Partei, der Kirche ist entscheidend, ob wir alle, nicht nur die Chefs, Schwachstellen aufdecken dürfen, ob wir mit dem Vertrauen betrachtet werden, etwas beitragen zu können. Ob wir darin groß oder gering geachtet werden.“ Und Dr. Holger Poppenhäger betonte in seinem Grußwort, dass die Frage nach dem Erlaubten auch für einen Justizminister nicht nur vor dem Hintergrund von Regulierung und Strafe erörtert wird, sondern die Würde des Einzelnen und das Miteinander in einer Gesellschaft betrifft. Deshalb unterstütze er zum Beispiel auch die Diakonie Mitteldeutschland und die Evangelische Kirche in ihrer Forderung nach Aufhebung der Residenzpflicht für Flüchtlinge in Thüringen, erklärte Poppenhäger, der sich auch als Mitglied der evangelischen Thomasgemeinde in Erfurt vorstellte.

Im Gottesdienst wurden die Teilnehmer dann anonym befragt: „Sind Sie schon einmal schwarz gefahren … gebrauchen Sie Notlügen, um Zeit zu gewinnen … schummeln Sie bei der Steuererklärung?“ Mit Abstimmungsgeräten wurden die Ja-Nein-Antworten im Saal ermittelt und manches Ergebnis wurde mit einem überraschten Hallo oder mit Applaus aufgenommen. Für Michael Chalupka bot diese Form der eigenen Vergewisserung und der anonymen Beichte den besten Einstieg in die Predigt. Mit freundlich-unterhaltsamem Wiener Schmäh begrüßte Chalupka die Impulstagsgemeinde als „Schlingelinen und Schlingel“, als eine Versammlung von „Schwarzfahrern, Schwindlern, Gigolos und Gottesleugnern.“ Zugleich sind wir nach Paulus aber auch Geheiligte und Heilige durch die Gnade Gottes. Uns ist dann tatsächlich alles erlaubt, wenn unser Handeln unserem eigenen Gewissen verpflichtet ist und die Gewissensentscheidung des Anderen achtet. „Freiheit in der Verantwortung“ wird dann zum Leitmotiv. Das entscheidende Wort einer diakonischen Unternehmenskultur heißt „Vetrauen“ – Vertrauen in der Zusammenarbeit und in der Begegnung von Leitung und Mitarbeitenden.

Der Impulstag stärkt dieses Miteinander und das Vertrauen, eröffnet neue Sichtweisen, bietet vor allem in den Werkstätten Raum für Gespräche, Austausch und Informationen. Heiter-satirisch und mit kritischem Blick von außen wurde das Thema von Christiane Weidringer in der Rolle der Mutter von Till Eulenspiegel und im Kabarett-Programm „Wir meinens doch nur gut“ (Die Mütter) aufgegriffen.

Ankommen

Im Gottesdienst wurden die Teilnehmer dann anonym befragt: „Sind Sie schon einmal schwarz gefahren … gebrauchen Sie Notlügen, um Zeit zu gewinnen … schummeln Sie bei der Steuererklärung?“ Mit Abstimmungsgeräten wurden die Ja-Nein-Antworten im Saal ermittelt und manches Ergebnis wurde mit einem überraschten Hallo oder mit Applaus aufgenommen. Für Michael Chalupka bot diese Form der eigenen Vergewisserung und der anonymen Beichte den besten Einstieg in die Predigt. Mit freundlich-unterhaltsamem Wiener Schmäh begrüßte Chalupka die Impulstagsgemeinde als „Schlingelinen und Schlingel“, als eine Versammlung von „Schwarzfahrern, Schwindlern, Gigolos und Gottesleugnern.“ Zugleich sind wir nach Paulus aber auch Geheiligte und Heilige durch die Gnade Gottes. Uns ist dann tatsächlich alles erlaubt, wenn unser Handeln unserem eigenen Gewissen verpflichtet ist und die Gewissensentscheidung des Anderen achtet. „Freiheit in der Verantwortung“ wird dann zum Leitmotiv. Das entscheidende Wort einer diakonischen Unternehmenskultur heißt „Vetrauen“ – Vertrauen in der Zusammenarbeit und in der Begegnung von Leitung und Mitarbeitenden.

Der Impulstag stärkt dieses Miteinander und das Vertrauen, eröffnet neue Sichtweisen, bietet vor allem in den Werkstätten Raum für Gespräche, Austausch und Informationen. Heiter-satirisch und mit kritischem Blick von außen wurde das Thema von Christiane Weidringer in der Rolle der Mutter von Till Eulenspiegel und im Kabarett-Programm „Wir meinens doch nur gut“ (Die Mütter) aufgegriffen.

Verantwortung auch in der Freiheit zu geben: für die Jugendarbeit in einer Einrichtung der Partner-Diakonie in der Slowakei spendeten die Impulstags-Teilnehmer in der Gottesdienst-Kollekte 1.131,27 Euro. Vielen Dank!

17.09.2012 | Impulswerkstatt-Referate

  1. Kabarett – „Wir meinen´s doch nur gut!“
  2. Wie weit gehen wir mit? – Hilfe zum Sterben
  3. Der Sabbat ist (k)ein Wochentag – Überforderung bis zum Burnout?
  4. Aktiv leben, robust altern – Ist Demenz vermeidbar?
  5. Spiritualität werktags – Einführung in eine alltagstaugliche spirituelle Praxis
  6. Blöße oder bloß im Netz? – Das Internet und der Umgang mit Daten
  7. Unsichtbarer Kapitalismus in der Kirche? – Diakonische Unternehmen zwischen Wertschöpfung und Wettbewerb
  8. „groove & sing“ – vier Gospelsongs ohne Noten mehrstimmig singen und erleben
  9. Körpererfahrung und Begegnung – Bewegungs- und Theaterwerkstatt

Wie hat Ihnen der diesjährige Impulstag gefallen? Gibt es etwas, das Sie kritisch vermerken möchten? Mit Ihrer Rückmeldung helfen Sie uns bei der Planung des Impulstages am 12. September 2013 in Zeitz.

Vielen Dank!

https://www.diakonie-mitteldeutschland.de/archiv_2012_alles_erlaubt_-_der_impulstag_fuer_diakonie_und_gemeinde_de.html