"Sozialagentur in Sachsen-Anhalt setzt Barrieren!"

Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 sind Politik und Gesellschaft mehr denn je aufgefordert, die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen im Alltag und in gesetzlichen Regelungen umzusetzen. Am Sonnabend, 5. Mai, war der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Der Aktionstag stand unter dem Motto: „Jede Barriere ist eine zuviel!“ Diakonie-Einrichtungen der Behindertenhilfe in Sachsen-Anhalt stellten am Wochenende mit lokalen Aktionen das Thema Barrierefreiheit in den öffentlichen Fokus. (Im Bild: Stand der Stadtmission Halle auf der Peißnitz-Insel in Halle)

Die diakonischen Einrichtungen und Dienste begleiten und unterstützen tagtäglich Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen. Mit großer Sorge beobachtet die Diakonie Mitteldeutschland inzwischen die Kostensatzverhandlungen in Sachsen-Anhalt, in denen es darum geht, den Rahmen für die Begleitung, Unterstützung und Pflege von Menschen mit einer Behinderung zu setzen. „Zur Barrierefreiheit gehört auch, dass finanzielle Hürden abgebaut werden. Seit Jahren wird durch die Sozialagentur in Sachsen-Anhalt eine auskömmliche Finanzierung der Behindertenhilfe blockiert. Dabei geht es hier um die legitimen Ansprüche von Menschen mit Behinderungen auf gute Unterstützung und Versorgung. Es geht also um die Frage, was dem Land Sachsen-Anhalt die Arbeit mit den behinderten Menschen tatsächlich wert ist.“, sagt Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland.

In den derzeitigen Verhandlungen mit der Sozialagentur Sachsen-Anhalt wird immer deutlicher, dass das Land versucht, auf Kosten der behinderten und psychisch erkrankten Menschen Gelder einzusparen. Von einer Gleichstellung oder gar Anerkennung der behinderten Menschen als gleichwertige Mitglieder in der Gesellschaft ist wenig erkennbar. Die Diakonie Mitteldeutschland fordert die politischen Akteure im Land Sachsen-Anhalt deshalb dazu auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen und die Sparpolitik nicht auf dem Rücken der Menschen mit Behinderungen auszutragen. 

Mit Informationsständen, Begegnungs- und Fachforen, Film- und Bühnenaufführungen sowie Sport- und Festveranstaltungen in Halle, Dessau, Quedlinburg, Bitterfeld, Stassfurt und Wolmirstedt zum Aktionstag setzten sich diakonische Einrichtungen gemeinsam mit den Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen für deren Rechte und die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ein.

https://www.diakonie-mitteldeutschland.de/archiv_2012_sozialagentur_in_sachsen-anhalt_setzt_barrieren_de.html