Sozialwirtschaft ist starker Wirtschaftsfaktor

Heute wurde Pressevertretern in Magdeburg eine Studie zur Sozialwirtschaft in Sachsen-Anhalt vorgestellt. Knapp ein Jahr zuvor lag bereits eine ähnliche Studie für Thüringen vor. Beide Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, das Soziale Arbeit nicht nur "Geld kostet", das die öffentliche Hand und die Sozialkassen aus Steuern und Beiträgen bereitstellen müssen. Vielmehr sind die Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege ein stabiler Wirtschaftszweig. Hier werden Arbeitsplätze geschaffen und gesichert, es wird investiert, es werden Löhne und Gehälter gezahlt, Aufträge an Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen vergeben und so weiter. Die Sozialwirtschaft in Sachsen-Anhalt und Thüringen erweist sich als Jobmotor. Gelder, die die öffentliche Hand und die Sozialkassen für die Soziale Arbeit einsetzen, werden zu einem sehr hohen Prozentsatz vor Ort ausgegeben und investiert oder fließen durch die verschiedenen Besteuerungen zurück in die Staatskasse.

Während zum Beispiel in Sachsen-Anhalt die Anzahl aller sozialversicherungspflichtigen Stellen im Bundesland zwischen 2007 und 2010 um zwei Prozent angestiegen ist, hat der Stellenzuwachs in der Sozialwirtschaft elf Prozent betragen Das Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung in Halle hat im Auftrag der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege erhoben, dass etwa ein Zehntel aller Beschäftigten Sachsen-Anhalts in der Sozialwirtschaft tätig ist. In Thüringen wurde der Sozialwirtschaftsbericht vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben und veröffentlicht. Als „Märchen“, welches durch die Studie wiederlegt wurde, bezeichnete Staatssekretär Jochen Stascheswki vor einem Jahr die Behauptung, in der die Sozialwirtschaft eher als ein Kosten- denn als ein Wirtschaftsfaktor gesehen wird.

In keiner anderen Branche schlagen sich steigende Umsatzzahlen so unmittelbar in der Errichtung neuer Arbeitsplätze nieder. Beschleunigt wird die Entwicklung durch die Gemeinnützigkeit der Träger, denn erwirtschaftete Überschüsse werden nicht "privat entzogen", sondern fließen direkt in den personalintensiven Kreislauf zurück. Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege beschäftigen in Sachsen-Anhalt mehr als die Hälfte der 80.000 Menschen, die in der Sozialwirtschaft tätig sind. Ähnlich ist es im Freistaat Thüringen, wo rund 58.000 Menschen einer Beschäftigung in der Sozialen Arbeit nachgehen.

https://www.diakonie-mitteldeutschland.de/archiv_2012_sozialwirtschaft_ist_starker_wirtschaftsfaktor_de.html