Syrische Studierende brauchen weitere Unterstützung

Der Konflikt in Syrien hat in den letzten Monaten an Schärfe nicht verloren, das Leid und die Not im Land sind groß. Im Schatten des Bürgerkriegs ist auch die Situation der syrischen Studierenden in Deutschland fortgesetzt von finanzieller Not, Angst um Familie und Freunde in Syrien und Befürchtungen für die eigene Zukunft geprägt.

In Syrien sind seit Ausbruch des Konflikts die Lebenshaltungskosten enorm gestiegen, Stipendien der Heimat wurden gestrichen, der internationale Geldverkehr ist teilweise blockiert. Gestern trafen sich in der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg syrische Studierende, Vertreter von Vereinen und Uni-Instituten und Unterstützer zu einem ersten öffentlichen Austausch über die Probleme und Perspektiven syrischer Studierender in Halle. Die Evangelische Studierendengemeinde Halle (ESG) hatte zum Informationsabend eingeladen. Mehr als 80 syrische Studierende sind allein an der halleschen Uni eingeschrieben.

Sowohl öffentlich als auch anonym gaben syrische Studierende Einblick in ihre persönliche Situation. "Wir haben immer wieder gehört: in zwei oder drei Monaten ist das vorbei. Daran glaubt man in Deutschland inzwischen seit fast einem Jahr." Für die Studierenden zeigt sich das auch in einer belastenden Bürokratie. Aufenthaltsgenehmigungen und Verträge zum Beispiel für studentische Nebenjobs an der Uni werden nur jeweils für drei Monate verlängert. Das schafft wenig Sicherheit für die Abschlussphase im Studium oder eine Promotion.

Die Sorgen und Ängste werden in Briefen deutlich, die ESG-Pfarrer Johann Hinrich Witzel erhielt. "Ich erhielt durch Facebook eine schreckliche Mitteilung von der Ermordung meines Cousins. Er hinterlässt eine Frau und zwei kleine Kinder." Eine syrische Studentin aus Damaskus schreibt über ihre Probleme nach einem Fahrradunfall in Deutschland: "Da ich in Deutschland nur eine private Krankenversicherung abschließen durfte, wollte meine damalige Versicherung die zweite Operation nicht bezahlen. ... Ich mache mir große Sorgen um meine Familie, da ich bisher keine Angaben über ihren Aufenthaltsort habe." Ein junger Mann schreibt. "Meine Pläne für die Zukunft waren, woanders hin auszuwandern, aber jetzt plane ich nach dem Studium in meine Heimat zurückzukehren, um mich an deren Aufbau zu beteiligen."

Mit Unterstützung von „Brot für die Welt“ helfen wir seit vielen Jahren ausländischen Studierenden mit Spenden und Darlehen aus einem Nothilfefonds. In Halle, Magdeburg, Jena und Ilmenau treffen sich syrische Studenten in den Evangelischen Studentengemeinden (ESG). Hier wird die finanzielle Hilfe organisiert, aber auch psychologische Beratung und Unterstützung bei Antragstellungen werden angeboten.

Hinrich Witzel (Foto, links) vernetzt die verschiedenen Hilfen von Universität, Vereinen, Diakonie und Kirche.

Wenn auch Sie unsere Nothilfe für syrische Studierende unterstützen wollen,
dann spenden Sie jetzt online!

Kontoinhaber: Diakonie Mitteldeutschland/Brot für die Welt
Spendenkonto 800 8000, BLZ: 520 604 10 (EKK), Kennwort: Nothilfefonds

https://www.diakonie-mitteldeutschland.de/archiv_2013_syrische_studierende_brauchen_weitere_unterstuetzung_de.html