Digitalisierung betrifft auch den Dienst der praktischen Nächstenliebe

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Maria Richter
Digitalisierung

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Apps, Clouds, Big-Data, Algorithmen und Robotik– das sind doch keine diakonischen Themen sollte man meinen. Doch auch innerhalb der Diakonie, die den Dienst am Menschen in das Zentrum ihrer Arbeit stellt, gibt es viele Möglichkeiten, Prozesse und Arbeitsabläufe digitaler und fortschrittlicher zu gestalten. Wie wird die Arbeitswelt der Zukunft aussehen? Wie wird sich unser Alltag verändern? Den digitalen Wandel, bei dem Deutschland bereits in vielen Studien als ein Verlierer im weltweiten Vergleich beschrieben wird, werden wir alle in den nächsten Jahren in verschiedensten Bereichen noch stärker erleben. Wir werden lernen müssen, anders zu arbeiten, anders Personal zu gewinnen, anders zu kommunizieren, anders Dienstleistungen anzubieten, überhaupt erst einmal Dienstleistungen anders zu denken. Kundenzentrierung spielt hier eine wesentliche Rolle. Die digitale Transformation wird das Nutzerverhalten und die Erwartungen verändern – wie stellen wir uns darauf ein?

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Pepper, ein humanoider Roboter, kann die Mimik und Gestik der Menschen in seiner Umgebung interpretieren und entsprechend reagieren.
Pepper könnte in Zukunft auch als Unterstützung von Pflegekräften eingesetzt werden. (Foto: Guido Schiefer - epd)

Die Wissens- und Erfahrungsstände zum Thema Digitalisierung sind innerhalb der Diakonie sehr heterogen. In verschiedenen Organisationsbereichen werden hier auch unterschiedliche Fragen gestellt. Ist die Digitalisierung mehr als nur ein Trend? Welche Rolle spielt sie für die Fachkräftegewinnung? An welchen Stellen geht die Digitalisierung über die Einbindung neuer Technik hinaus? Welches Menschenbild vertreten wir in einer digitalisierten Welt? Das sind nur einige Fragen, die im Zusammenhang von Digitalisierung und Ethik, Arbeit, Alltag, gesellschaftlichen Wandel, Datenschutz und vielen anderen Lebensbereichen gestellt werden.
Innovative Diskussionsformate, Messen und spezialisierte Unternehmen, die sich im Bereich des digitalen Sozialwesens genau mit diesen Fragen auseinandersetzen, sind gerade im Kommen. Wir sehen uns hier in der Verantwortung, die aktuellen Trends zu erkennen und Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Transformation für den Bereich der Sozialwirtschaft zu begleiten.
Nicht nur die Verbände der Sozialwirtschaft, sondern auch politische Akteure befassen sich intensiv mit diesem Veränderungsprozess. Die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen haben eigene Digitalisierungs-Agenden erarbeitet, mit strategischen Zielen und Maßnahmen, für die in den kommenden Jahren umfangreiche Investitionsvolumen bereitgestellt werden.
Der Vorstand der Diakonie Mitteldeutschland hat das Thema Digitalisierung zum Jahresthema 2019 ausgerufen.
Konkret bedeutet dies, dass wir eine Antwort auf die Frage suchen, wie die Erbringung sozialer Dienstleistungen unter den Bedingungen der Digitalisierung erfolgreich gelingen kann.

Unser Jahr 2018: Befragung – Auswertung – Vorbereitung
Neben der Schaffung einer befristeten Personalstelle und Bedarfsabfragen bei Fachverbänden und Mitarbeitenden, arbeiten wir innerhalb des Landesverbandes an der Digitalisierung verschiedener Prozesse, entwickelten mit „Diakonie 4.0 – Werte und Wandel diakonischer Arbeit gestalten“ ein eigenes Projekt zur Stärkung der Mitgliedseinrichtungen und etablieren verschiedene Veranstaltungs- und Schulungsformate zu digitalen Themen. Ziel ist es, im ersten Schritt unsere Mitarbeitenden und die Mitarbeitenden unserer Einrichtungen für das Zukunftsthema Digitalisierung zu sensibilisieren. Der Markt der Möglichkeiten am 7. November 2018 in der Händelhalle Halle (Saale) hat hierfür den Auftakt gebildet.
Die Befragung der Fachverbände ergab vier Themenkomplexe, die große Bedeutung haben: Arbeiten 4.0, die digitale Infrastruktur, die Leistungserbringung im Zeitalter der Digitalisierung sowie Datenschutz. Für die Mitarbeitenden unserer Geschäftsstelle stehen vor allem digitale Fort- und Weiterbildungsangebote, eine weitergreifende Vernetzung zwischen den Referaten und das papierlose Büro im Vordergrund.

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Durch die Digitalisierung hat sich die Informationsbeschaffung und –verarbeitung deutlich verändert.
Das hat Auswirkungen darauf, wie sich unsere Arbeit und unser Privatleben gestalten. (Foto: Heike Lyding – epd)

Ausblick: Wir sind auf dem Weg
Einfach gesagt ist es unser Ziel, unsere Mitgliedseinrichtungen auf dem Weg der digitalen Transformation zu begleiten. Es gibt eine eigene Veranstaltungsreihe und einen Online-Kalender, der alle relevanten Termine rund um dieses Zukunftsthema enthält. Darüber hinaus entwickeln wir das Projekt „Diakonie 4.0“. Dieses soll Chancen und ethische Grenzen digitalisierter Arbeit in der Diakonie erkennen und entsprechende Prozesse der Personal- und Organisationsentwicklung initiieren. In Experimentierwerkstätten entwickeln die Teilnehmenden innovative Handlungsansätze zur Anpassung der Arbeitsfelder an die Herausforderungen des digitalen Wandels - unter Begleitung von externen Organisationsberatern. Zudem sollen digitale Lern- und Wissensplattformen etabliert werden. So werden die Ergebnisse von „Diakonie 4.0“ allen Mitarbeitenden der Diakonie zugänglich.
Die Organisation einer eigenen Veranstaltungsreihe soll die Umsetzungsprozesse unterstützen und zur Bildung einer gemeinsamen Haltung beitragen. Die Auswahl der Themen basieren auf den Rückmeldungen der Fachverbände. In jedem Quartal wird eine Veranstaltung in Halle (Saale) stattfinden.
Wir freuen uns auf ihre Rückmeldung zum Thema und die Beteiligung an unseren Veranstaltungsformaten. Welche Fragen zum Thema Digitalisierung beschäftigen Sie? Wo sehen Sie Chancen und Risiken der Digitalisierung? Welche moralischen und ethischen Fragen sollte die Diakonie in den Blick nehmen? Dazu möchten wir gern mit Ihnen ins Gespräch kommen. Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, hat die Relevanz dieser Fragestellungen in seinem Blog nach einem Besuch im Silicon Valley treffend zusammengefasst: „Wir müssen über dieses neue Miteinander von Mensch und Maschine in der Pflege und in der Medizin diskutieren, kompetent, chancenorientiert – aber eben auch sozialethisch an unserem christlichen Menschenbild orientiert.“


Mit dieser Videobotschaft hat OKR Christoph Stolte am 7. November die Bedeutung der Digitalisierung innerhalb der Diakonie in Mitteldeutschland hervorgehoben. (Quelle: Diakonie Mitteldeutschland)

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