Jordanien Tag 6: Begegnungen zwischen Hoffnung und Verzweiflung

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(24. März 2018) Gertrud Khouri steuert ihr Auto wie jeden Tag selbstbewusst durch den chaotischen Verkehr Ammans. Ihr Ziel ist das Life Center in Zarqa, eine von Armut geprägte Kleinstadt angrenzend an Amman.

Sie ist die Leiterin eines sozialen Projektes einer kleinen Baptistengemeinde, das seit zweieinhalb Jahren ein selbstverwaltetes Frauenzentrum betreibt. Anfänglich als informeller Begegnungsort für geflüchtete Frauen gedacht, entwickelte es sich stetig weiter. Heute gehören ein kleiner Kindergarten und eine Arztpraxis sowie mehrere Zentrumsräume für Gruppenangebote und Beratungsmöglichkeiten dazu. Alle Angebote werden von Jordanierinnen, Syrerinnen und Palästinenserinnen sowohl organisiert als auch besucht.

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Gertrud Khuori setzt sich in der armen Kleinstadt Zarqa für Frauen und Familien ein (Foto: Holger Holtz)

Die Herstellung und der Vertrieb von Seife gibt Frauen, wie Najwa die Möglichkeit ihre Familie zu versorgen und ein unabhängiges Leben zu leben. Ihre Geschichte wird von vielen Frauen im Center geteilt: sie musste ihr Leben in Syrien hinter sich lassen und ist seitdem mit ihrer Familie auf sich allein gestellt. Nicht alle haben es wie sie geschafft, sich eine neue Existenz aufzubauen.

Für viele ist die Trennung der Familie ein nicht hinnehmbarer und schmerzhafter Fakt. Dies wurde uns in einer Begegnung mit gut 50 Frauen klar, deren Familienangehörige derzeit in Deutschland sind. Wir spürten die Verzweiflung und die Sehnsucht danach, mit ihrer Familie vereint zu sein. Die Hoffnung, eine Lösung für diese Probleme anbieten zu können, mussten wir leider enttäuschen. Uns blieb, in dieser Situation nur ihre Geschichten zu hören. Wir haben ihnen versprochen, dass ihre Geschichten auch in Deutschland gehört werden wird.

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Najwa stellt Seifen her und vertreibt diese selbst. So sichert sie ihrer Familie ein Einkommen (Foto: Holger Holtz)

Freitag ist der jordanische Sonntag. Nach dem Mittagsgebet begegnen einem Teil unserer Gruppe Familien, die den sonnigen Tag gemeinsam verbringen. Auf unserer Fahrt nach Ajloun und Jerash sehen wir zahlreiche picknickende Familien.

Schon in Ajloun, einer Burganlage zur Sicherung von Handelsrouten aus dem 12. Jahrhundert wurde unsere Reisegruppe von vielen Menschen angesprochen und um Fotos gebeten. Ausgelassene und freundliche Stimmung herrschten an diesem Tag.

Jerash ist eine der größten Ausgrabungsstätten römischer Kultur in der Welt. Die ältesten Funde gehen auf das 2 Jh. n. Chr. zurück. Besonders bemerkenswert ist, dass anhand der Funde deutlich wurde, dass alle nachfolgenden Kulturen sich die bestehenden Fundamente zu eigen gemacht haben und zu etwas Eigenem geformt haben. Die Spuren verschiedenster Kulturen finden sich an einem Ort, teilweise immer noch unter der Erde verborgen.

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Die Ausgrabungsstelle Jerash zeigt Spuren der hier einst herrschenden römischen Kultur. (Foto: Conrad Springer)

Auffällig war, dass sowohl unser Fahrer als auch unsere Reiseleitung das Thema Wasser in den Mittelpunkt rückten. Wasser wird zurecht als das blaue Gold des Nahen Ostens bezeichnet. Für alle Zeiten und Kulturen in dieser Region war die Beschaffung von Wasser eine zentrale Frage bei der Besiedlung.

Wasser war und ist Quelle des Lebens. Wie wir gestern am Beispiel Gazas erfuhren, wird der Mangel an Wasser eine zentrale Frage über Krieg und Frieden in dieser Region sein.

Text: Susanne Burckhardt, Conrad Springer, Holger Holtz

  • 29.03.2018
    Hoffnung in Jordanien

    René Strutzberg

    Jordanien ist m. E. seit vielen Jahren ein hoffnungsvolles Land für Frieden und Freiheit. Längst nicht erreicht und doch machen die Berichte weiterhin Hoffnung.

  • 27.03.2018
    Danke

    Hans-Ekkehard Stieglitz

    Danke für die informativen aber auch bewegenden Einblicke, durch die ich/wir, an Hand Eurer täglichen Berichte, an dieser Reise teilhaben durften. Mehr darüber dann hoffentlich "LIVE" in heimatlichen Gefilden.

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