Ökumenischer Friedensdienst - diakonisches Engagement in der Einen Welt

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Detlef Harland
Ökumenischer Friedensdienst

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(14. Dezember 2017) „Was erwartet mich wohl? Wie viele Stunden bin ich im Projekt tätig? Lebe ich in einer WG? Habe ich im Friedensdienst eigentlich Urlaub?“ Gemeinsam mit 14 anderen Jugendlichen hat die 17-Jährige Undine ein spannendes Wochenende in Allmenhausen verbracht, einem Haus des CVJM. Die Jugendlichen haben sich dort in einem Informations- und Auswahlseminar über den Ökumenischen Friedensdienst bei der Diakonie Mitteldeutschland informiert. Die wichtigste Frage: Was genau ist der Ökumenische Friedensdienst eigentlich?

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Der ehemalige Freiwillige Stefan konnte den Interessierten spannende Einblicke geben. (Foto: Tristan Fürstenau)

Was erwartet mich im Ökumenischen Friedensdienst?
„Meine Interessen liegen vor allem bei der Sprache, die Menschen in Ihrem Alltag dort kennenzulernen und auch zu schauen, was Religion bei ihnen bedeutet.“, beschreibt Undine den anderen Teilnehmern ihre Erwartungen. Zurzeit lernt sie noch an einer Dresdner Fachschule. Nach dem Abschluss will sie den Schritt in die weite Welt wagen. Aber wo soll es hingehen? Argentinien? Uruguay? Oder doch Israel? Undine ist sich noch nicht ganz sicher. Es geht ihr in erster Linie um das Projekt. „Auf jeden Fall die pädagogische Richtung“, ist sie sich sicher. Nach dem Ökumenischen Friedensdienst möchte Sie Grundschullehramt oder Soziale Arbeit studieren und deswegen im Projekt schon erste Erfahrungen sammeln. Daneben geht es Undine auch darum, eine andere Kultur kennen zu lernen und Vorurteile abzubauen. „Wenn man dann wirklich einmal dort ist und sich selber davon überzeugt hat, wie sie dort leben, dass sie auch glücklich sind mit dem was sie haben, obwohl es vielleicht viel weniger ist, als das, was wir haben. Für mich ist das auch eine wichtige Aufgabe, danach in Deutschland zu zeigen, wie es tatsächlich ist und Vorurteile aus dem Kopf zu bekommen.“

Im Austausch merkt Undine schnell, dass die Beweggründe für einen Ökumenischen Friedensdienst sehr unterschiedlich sind. „Ich will auf jeden Fall mal aus der Komfortzone raus“, sagt Valentine (17) über ihre Motivation. „Endlich in die Praxis zu gehen, was zu machen, was zu schaffen, den Leuten zu helfen“, das hat das Interesse von Stella (17) geweckt. „Ich brauche was, womit ich mich selbst nochmal finde und ganz anders sehe.“ erklärt Heinrich (17).

Ökumenischer Friedensdienst als Lebenserfahrung
Zu dem Seminar-Wochenende waren auch ehemalige Freiwillige und eine Argentinierin eingeladen, die gerade ihren Friedensdienst in Deutschland leistet. Mit persönlichen Fotos, eigenen Anekdoten und Geschichten konnten sie sehr anschaulich Undine und den anderen Interessierten von ihrem eigenen Ökumenischen Friedensdienst berichten. „Ich bin auf jeden Fall in Argentinien entspannter geworden.“ Das berichtet Stefan (27), der ein Jahr lang in der Kinderbetreuung einer evangelischen Kirchengemeinde im argentinischen Pandero gelebt und mitgeholfen hat. Er hat seinen Ökumenischen Friedensdienst nicht nach der Schule, sondern nach dem Studium absolviert. „Es hat natürlich einen Einfluss darauf gehabt, dass ich auf verschiedene Situationen anders reagiert habe.“ vergleicht sich Stefan mit den jüngeren Freiwilligen, mit denen er sich trotzdem sehr gut verstanden hat.

„Es ist eine tolle Erfahrung. Man wächst weiter, lernt sich selbst kennen. Es ist die Chance, eine Kultur kennenzulernen, aber es gibt weiter die Unterstützung hat von jemandem, der sich um einen kümmert.“, berichtet die 19-Jährigen Irene. Die junge Argentinierin leistet seit neun Monaten ihren Ökumenischen Friedensdienst bei der Diakonie Mitteldeutschland in der Unterstützung von Schülern einer Erfurter Schule. „Wenn man Lust hat, dann würde ich empfehlen, es sich anzuschauen, sich weiter zu informieren und, wenn möglich, mitzumachen.“, schließt Irene begeistert ihr Zwischenfazit im Seminar.

Hintergrund:
Der ökumenische Friedensdienst ist ein zwölfmonatiger Freiwilligendienst im Ausland, der für Jugendliche im Alter von 18 bis 26 Jahren angeboten wird. In sozialen Projekten lernen sie den Umgang mit Menschen, andere Kulturen und auch sich selbst besser kennen. Über die Diakonie Mitteldeutschland ist der Ökumenische Friedensdienst in Partnereinrichtungen in Estland, der Slowakei, Israel, Argentinien und Uruguay möglich. Die Projekte und Aufgaben sind sehr vielfältig: von der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen über die Kinderbetreuung, Unterstützung unterrichtender Tätigkeiten bis hin zu Gemeinde- und Kirchendienst, die Kinder- und Jugendarbeit und der Mitarbeit in einem Rehabilitationshospital ist vieles möglich.

Dein Interesse am Ökumenischen Friedensdienst ist geweckt? Alle Informationen und Ansprechpartner findest du hier auf unserer Webseite.

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