Begriffe und Infos

Die Bundeszentrale für politische Bildung erklärt wichtige Begriffe zum Thema. Hier eine Auswahl:

Asyl:
Unter der Bezeichnung Asyl versteht man einen Zufluchtsort, von dem man nicht gewaltsam weggeholt wird. Das Grundgesetz gewährt politischen Flüchtlingen Asyl (Art. 16 a GG), wenn eine Prüfung ergibt, dass der Asylsuchende politisch verfolgt wird und deshalb seine Heimat verlassen musste.

Asylbewerber:
Asylbewerber sind Menschen, die in einem fremden Land ->Asyl, das heißt um Aufnahme und Schutz vor politischer, religiöser oder geschlechtsspezifischer Verfolgung beantragen. Wird ihr Antrag um Asyl abgelehnt, müssen sie Deutschland wieder verlassen. Herrscht allerdings in ihrem Heimatland Krieg oder Bürgerkrieg, wird die -> Abschiebung ausgesetzt.

Aufenthaltsgesetz:
Das Aufenthaltsgesetz enthält die gesetzlichen Grundlagen über die Ein- und Ausreise und den Aufenthalt von Ausländern in Deutschland. Es ist seit dem 1. Januar 2005 in Kraft und ersetzt das -> Ausländergesetz. Es ist Hauptbestandteil des -> Zuwanderungsgesetzes.

Aufenthaltserlaubnis:
Die Aufenthaltserlaubnis ist ein Titel nach dem neuen -> Aufenthaltsgesetz. Sie bezeichnet den befristeten Aufenthalt für mindestens sechs Monate, wobei dies nicht immer mit einer Arbeitserlaubnis verbunden sein muss. Eine Aufenthaltserlaubnis wird in der Regel erteilt, wenn die Voraussetzungen für die Aussetzung einer -> Abschiebung gegeben sind.

Aufenthaltstitel:
Der Aufenthaltstitel ist ein Oberbegriff für das Visum, die befristete -> Aufenthaltserlaubnis und die unbefristete -> Niederlassungserlaubnis. Ausländer: Als Ausländer werden in Deutschland alle Menschen bezeichnet, die keinen deutschen Pass besitzen, die also keine deutschen Staatsbürger sind. Ausländerfeindlichkeit: Ausländerfeindlichkeit beschreibt eine negative, vorurteilsvolle Einstellung gegenüber -> Ausländern. Dies zeigt sich durch Ausgrenzung oder auch durch Gewaltanwendung.

Bleiberecht:
Im November 2006 wurde in der Innenministerkonferenz beschlossen, dass seit Jahren in Deutschland lebenden Ausländern ein Bleiberecht gewährt werden soll, wenn sie nachweisen können, dass sie sich durch eigene Arbeit ernähren. Ihnen wird somit ein gesicherter -> Aufenthaltstitel zugesprochen.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF):
Das Bundesamt als Kompetenzzentrum für Migration, Integration und Asyl nimmt vielfältige Aufgaben wahr. Es entscheidet über Asylanträge und Abschiebeschutz von -> Flüchtlingen. Weiterhin gehört zu den Schwerpunkten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die sprachliche, soziale und gesellschaftliche Integration von Zuwanderern in Deutschland zu fördern und zu koordinieren.

Duldung:
Die Duldung bezeichnet eine vorübergehende Aussetzung der -> Abschiebung. Die Duldung beinhaltet keine Arbeitserlaubnis, was reguläre Lohnarbeit oder Selbstständigkeit ausschließt. In der Praxis leben rund 200 000 Geduldete in Deutschland, fast die Hälfte schon seit mindestens 10 Jahren. Da die Duldungen immer nur kurzfristig ausgesprochen werden und so jederzeit mit baldiger Abschiebung gerechnet werden muss, bedeutet dieser Zustand eine erhebliche Belastung für die Betroffenen. Auch die Kinder geduldeter Personen haben in Deutschland wenig Zukunft. Sie dürfen keine weiterführende Schule besuchen, keine Ausbildung machen, nicht arbeiten. Zusätzlich werden sie alle 12 Monate schriftlich daran erinnert, dass sie jederzeit ausgewiesen werden können, unabhängig davon, ob sie schon in Deutschland geboren wurden oder schon zwischen 10 und 20 Jahren hier leben. Einige Verbesserungen für die Betroffenen bieten die neuen Beschlüsse zum -> Bleiberecht.

Einbürgerung:
Ausländer, die in Deutschland leben, die keine Staatsangehörigkeit haben, können die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben. Damit der Antragssteller eingebürgert werden kann, muss er bestimmte Auflagen erfüllen. So muss er zum Beispiel in Deutschland wohnen, für sich selbst sorgen können und er darf keine Straftaten begangen haben. Kinder ausländischer Eltern erwerben mit der Geburt das Recht auf die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil seit acht Jahren in Deutschland wohnt.

Flüchtling:
Flüchtlinge sind Menschen, die aus "begründeter Furcht vor Verfolgung wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung" fliehen und nicht zurück in ihr Herkunftsland können.

Migration:
Menschen, die einzeln oder in Gruppen ihre bisherigen Wohnorte verlassen, um sich an anderen Orten dauerhaft oder zumindest für längere Zeit niederzulassen, werden als Migranten bezeichnet. Überschreiten Menschen im Zuge ihrer Migration Ländergrenzen, werden sie aus der Perspektive des Landes, das sie betreten, Einwanderer, Zuwanderer oder Immigranten genannt. Die Gründe für Migration waren und sind vielfältig. Manche Menschen wurden oder werden aus religiösen oder politischen Motiven verfolgt, manche sehen für sich und ihre Kinder keine Zukunft mehr dort, wo sie leben. "Migrare" heißt auf Latein "wandern", "sich bewegen".

Migrationshintergrund:
Migrationshintergrund ist ein vor allem seit 2006 zunehmend beliebter werdender Begriff. Er ersetzt und ergänzt Begriffe wie "Ausländer" oder "Deutsche ausländischer Herkunft".

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