Kooperation und Fairness im Wettbewerb

Online-Abstimmung zu einer Selbstverpflichtung

Die Diakonische Konferenz hat im Oktober 2016 die Einsetzung einer Arbeitsgruppe – bestehend aus vier Mitgliedern der Diakonischen Konferenz, zwei Mitgliedern des Diakonischen Rates und einem Mitglied des Vorstandes der Diakonie Mitteldeutschland – zur Erarbeitung eines „Code of Conduct“ beschlossen. Das Ziel ist eine Selbstverpflichtung der Mitglieder der Diakonie Mitteldeutschland in der Mitgliederversammlung am 26. Oktober 2017.

Der Textentwurf wurde in der Diakonischen Konferenz und im Diakonischen Rat intensiv diskutiert und anschließend von der Arbeitsgruppe unter Berücksichtigung der Kritikpunkte zur nun vorliegenden Fassung weiterentwickelt.

Der Entwurf steht bis zum 25. September in diesem geschützten Bereich auf unserer Homepage für eine breite Abstimmung mit unseren Mitgliederorganisationen zu Verfügung. Sie können hier eine Abstimmung (ja/nein) zu einzelnen Passagen vornehmen und Sie haben darüber hinaus die Möglichkeit der direkten schriftlichen Kommentierung. Die Erhebung erfolgt im Voting-Verfahren nicht anonymisiert, einer Veröffentlichung von Kommentaren muss aber ausdrücklich zugestimmt werden.

Code of Conduct

Präambel

Als Mitgliedseinrichtungen der Diakonie Mitteldeutschland tragen wir mit unserem Dienst in Wort und Tat zur Wahrnehmbarkeit von Kirche in der Welt bei.

Die Mitglieder der Diakonie Mitteldeutschland sind Akteure der Sozialwirtschaft und handeln als diakonische Unternehmen. Als Teil der Kirche orientieren wir unser Handeln an den biblischen Grundlagen, sind Teil dieser Welt und sind dort, wo Menschen uns brauchen. Die Weiterentwicklung und Ausweitung unserer diakonischen Aktivitäten gehören zu unserem Auftrag und Selbstverständnis.

Diakonische Unternehmen unterliegen bei der Verwirklichung dieses Auftrages den Regeln eines wettbewerbsintensiven und zugleich stark regulierten Marktes.

Dabei stehen wir im Wettbewerb auch mit anderen diakonischen Unternehmen. Unser Ziel ist es, fair miteinander umzugehen und eine vertrauensvolle Kultur innerdiakonischer Zusammenarbeit zu leben.

1. Ausgangssituation:
Markt und Wettbewerb als Realität und Gestaltungsaufgabe

Markt und Wettbewerb sind heute Realität. Dabei geht es nicht nur um die Finanzierung der sozialen Arbeit, sondern zunehmend auch um die Gewinnung qualifizierter Mitarbeitender.
Der Wettbewerb führt zu veränderten Strukturen sozialer Arbeit, zu Konzentrationsprozessen, aber auch zu kleineren spezialisierten Anbietern. Diese Entwicklung macht an den Grenzen kommunaler Gebietskörperschaften und gliedkirchlicher Diakonischer Werke nicht halt. Regional und überregional agierende Unternehmen mit landes- und bundesweiter Strategie sind Teil der Realität.
Wir stellen uns diesem Wettbewerb, weil er das Wunsch- und Wahlrecht der Menschen stärkt und die kontinuierliche Qualitätsverbesserung sozialer Arbeit sowie innovative Entwicklungen fördert.

2. Selbstverständnis:
Vertrauen, Information und Kooperation

Wir tragen gemeinsam Verantwortung für den diakonischen Auftrag. Deshalb unterstützen wir uns durch gegenseitige Informationen, kollegialen Rat, konkrete Zusammenarbeit und durch strategische Kooperationen. Grundlage für diese Kultur innerdiakonischer Zusammenarbeit ist gegenseitiges Vertrauen.

Dazu bedarf es verbindlicher Gesprächsstrukturen in der Region, wie Diakonieausschüsse der Kreissynoden und/oder diakonischer Arbeitsgemeinschaften. Wir sind bereit, diese Strukturen zu nutzen und aktiv an der Entwicklung einer vertrauensbildenden Gesprächs- und Informationskultur mitzuwirken.

3. Anspruch:
Fairness im unmittelbaren Wettbewerb

Soweit wir als diakonische Unternehmen in unmittelbarem Wettbewerb stehen oder geraten, ist es unser Anspruch, fair miteinander umzugehen.

Unmittelbarer Wettbewerb zwischen diakonischen Unternehmen ist eine Konkurrenzsituation im selben Geschäftsfeld in derselben Region bzw. demselben Einzugsbereich. Ist eine solche Konkurrenzsituation aufgrund geplanter Aktivitäten absehbar, ist der direkte Dialog mit den möglicherweise betroffenen diakonischen Unternehmen zu suchen. Stellt ein diakonisches Unternehmen fest, dass eine unmittelbare Konkurrenzsituation durch Aktivitäten eines anderen diakonischen Unternehmens entstehen könnte, sucht es seinerseits den direkten Dialog mit diesem. Darüber hinaus sind die verbindlichen Gesprächsstrukturen in der Region zu nutzen.

Soweit Konfliktsituationen regional nicht lösbar sind, sollte das Diakonische Werk Mitteldeutschland über seinen Vorstand beteiligt werden, um einen Interessenausgleich herbeizuführen. Kommt es hier zu keiner Verständigung, kann der in der Satzung der Diakonie Mitteldeutschland vorgesehene Schlichtungsrat angerufen werden.

4. Ziel:
Stärkung der Diakonie im Wettbewerb

Mit unserer Selbstverpflichtung wollen wir den diakonischen Auftrag stärken und auch unter den Bedingungen des Sozialmarktes weiterentwickeln. Selbst im Konfliktfall wollen wir fair miteinander umgehen. Damit tragen wir zur Glaubwürdigkeit von Kirche und Diakonie in der Öffentlichkeit bei.

Diese Selbstverpflichtung ist Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung einer Kultur des Vertrauens und der Zusammenarbeit innerhalb der Diakonie Mitteldeutschland.

* Pflichtfeld

https://www.diakonie-mitteldeutschland.de/gremien_code_of_conduct_de.html