13. Dezember 2017 | Fachtag - Geflüchtete im Ehrenamt

Integrationsarbeit, ob haupt- oder ehrenamtlich, bedarf eines großen Stückes an Empathie. Sich diese, zumindest auf professioneller Ebene, anzueignen, ermöglichen Trainings, Schulungen, Inputs. Wir setzen uns mit dem, was wir „das Andere“ nennen auseinander. Besonders in den Fokus dieser Auseinandersetzung gerät die Kultur. Integration fordert nicht, unsere Kultur bis ins Detail zu übernehmen, sondern sie erfordert ein Aufeinander-Zugehen. In der Arbeit mit Geflüchteten und Migration stellen sich innerhalb dieses Prozesses oft kulturelle Herausforderungen in den Weg: Besonderheiten, die wir nicht kennen, sprachliche Barrieren oder auch andere Konzepte von Hierarchie, Moral, Politikverständnis, Zeit oder Verbindlichkeit. Wir alle kennen diese Situationen, in denen wir uns wünschten, jemand aus der entsprechenden Kultur könnte jetzt da sein, vermitteln, erklären, nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell übersetzen. Viele Haupt- und Ehrenamtliche haben bereits erkannt, dass es günstig ist, Menschen mit Migrationshintergrund und der besonderen Kenntnis beider Kulturen mit in die Arbeit einzubinden. Dieser Einbezug gibt Geflüchteten die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe und Mitgestaltung: Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Dem Gelingen dieses Zusammenspiels widmet sich der zweite Fachtag im Jahr 2017 des Projektes „Gemeinsam engagiert“.

Wir möchten Ihnen das Projekt HEROES als Best-practice-Beispiel vorstellen. Es agiert in diversen deutschen Städten und hat bereits eine bedeutende Prominenz erreicht. HEROES stellt sich der Angst vor Kulturverlust in der Aufnahmegesellschaft. Es arbeitet mit jungen Männern aus Ehrenkulturen, die sich für ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Männern und Frauen engagieren wollen.

In der Workshopphase, der Denkwerkstatt, soll einerseits beleuchtet werden, wie man migrantische Lebensweisen positiv in die eigene Arbeit einbinden kann. In einem zweiten Workshop wollen wir uns der Begleitung geflüchteter Frauen durch Ehrenamtliche widmen und überlegen, wie es gelingen kann, auch gezielt Frauen mit Migrationshintergrund für weibliche Unterstützung zu gewinnen.

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Wir bieten Themen aus den Bereichen

  • Interkulturelle Kompetenzen und Sensibilisierung
  • Länderkunde: Kultur, Politik, Geschichte
  • Verständnis für andere Religionen
  • Umgang mit Konflikten
  • Trauer und Seelsorge
  • Alltagsbegleitung
  • Spracherwerb und Kommunikation
  • Flucht: Gründe, Routen und Erfahrungen
  • Gender und Familie
  • Gesundheit und Traumata
  • Rassismus gegen Ehrenamtliche und Flüchtlinge/
  • Argumentieren gegen Rechts
  • Grundlagen Asyl- und Aufenthaltsrecht
  • Betreuung unbegleiteter Minderjähriger
  • Selbstschutzbewusstes Ehrenamt
  • Organisation und Koordination ehrenamtlicher Hilfe
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