21.03.2013

Hilfen für syrische Studierende in Deutschland sichern

Seit mehr als einem Jahr befasst sich die Diakonie Mitteldeutschland intensiv mit der Situation von Syrern, die an deutschen Hochschulen und Universitäten studieren. Über einen Nothilfefonds der Spendenorganisation „Brot für die Welt“ werden regelmäßig ausländische Studierende in besonderen Notlagen und jeweils für eine kurze Zeit unterstützt. Die Häufung von Hilfeanfragen durch Studierende aus Syrien machte letztes Jahr deutlich, dass sich der Bürgerkrieg in Syrien auch massiv negativ für Syrer in Deutschland auswirkt. „Wir sind froh, dass sich die Bundesregierung jetzt entschlossen hat, Flüchtlinge aus Syrien in Deutschland aufzunehmen.“, erklärt Eberhard Grüneberg, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland. „Wir können aber ohne großen Aufwand noch mehr tun und Hilfen anbieten, die nachhaltige Perspektiven für die Zukunft in Syrien eröffnen.“

Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg sieht in dem Einsatz von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger-Stahlknecht für eine befristete Aufenthaltserlaubnis syrischer Bürger in Deutschland den richtigen Vorstoß. „Wir tun, was wir dank Spendengeldern tun können, um syrischen Studierenden beim Abschluss des Studiums zu helfen. Aber es braucht hier auch politische Lösungen, sonst verpufft unser zivilgesellschaftliches Engagement.“, so Grüneberg. „Wir investieren damit in den Wiederaufbau und in die Zukunft Syriens, wenn wir den syrischen Studenten, die hier bei uns leben und studieren, für ihren Studienabschluss die Brücke bauen.“

Grüneberg bittet Innenminister Holger Stahlknecht, die entsprechenden Behörden und Ämter in Sachsen-Anhalt anzuweisen, die Ermessensspielräume in Bezug auf syrische Studierende auszuschöpfen. Noch zu oft werden Hilfsmöglichkeiten von Seiten der öffentlichen Stellen nicht an die Betroffenen weitergegeben bzw. nicht in entsprechender Weise offeriert.

2012 wurden aus dem Nothilfefond der Diakonie Mitteldeutschland vor allem aus privaten Spenden 28.000 Euro für die Unterstützung von syrischen Studierenden in Thüringen und Sachsen-Anhalt eingesetzt. In diesem Jahr wurden bereits mehr als 8.000 Euro als Hilfen und Darlehen ausgegeben. Die Unterstützung wird vor allem über das Netzwerk der Evangelischen Studierendengemeinden organisiert. Studentenpfarrerinnen und Studentenpfarrer prüfen die Anträge an den Nothilfefonds, reichen die Mittel aus und organisieren weitere Hilfen.

Die Diakonie Mitteldeutschland bittet weiterhin um Spenden. 70 Euro kostet im Schnitt die monatliche Krankenversicherung für einen ausländischen Studierenden. Durchschnittlich 150 Euro kostet die monatliche Miete. Mit etwa 500 Euro kann ein syrischer Studierender seine Hochschulausbildung einen ganzen Monat lang fortsetzen. Spendenkonto 800 8000, BLZ 350 601 90 (KD Bank), Kennwort: Notfonds

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