Gedanken zur Jahreslosung

Mit welchen Gefühlen sind Sie in das Jahr 2018 gestartet? Eher zuversichtlich und skeptisch, - heute oftmals als realistisch bezeichnet - oder hatten Sie Weihnachtstage, die Ihnen in der Seele wirklich gutgetan, Stunden mit der Familie, die Sie innerlich gestärkt haben? War es wohltuend, die vertrauten Weihnachtslieder zu singen und wieder neu die so gut bekannte Weihnachtserzählung aus dem Lukasevangelium zu hören? Vermutlich ist es bei den meisten eine Mischung aus allem, Vorfreude auf zukünftige Ereignisse und ein bedenkliches Kopfschütteln, wie es denn nun weitergeht mit der Bundesregierung oder doch Neuwahlen, der Entwicklung fremden- und damit menschenfeindlicher Anschauungen mitten unter uns, dem Morden in Syrien und dem Sterben in Myanmar.

Wir gehen in ein neues Jahr mit vielen offenen Fragen. Das ist eine Parallele zu den Menschen am Ende des 1. Jahrhunderts, zu denen der Seher Johannes spricht. Es war eine für Christen bedrohliche Zeit. Die Erfahrung der ersten Christenverfolgungen steckt ihnen in den Knochen. Sie leben in Palästina, Kleinasien und Griechenland in Gesellschaften mit einer großen ethnischen und religiösen Vielfalt, die – wie wir heute – lernen müssen, mit dieser wachsenden Vielfalt in guter Weise zu leben. Prägend, damals und heute, ist das Gefühl von Unsicherheit. Wie geht es weiter? Was kann ich dazu tun? Wie können wir als Diakonie unserem Auftrag gerecht werden?

In dieses Lebensgefühl hinein nun ein ganz weiter Blick nach vorne. Gott wird mit ihnen sein und alle Tränen trocknen. Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu! (…) Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ So wie Gott alles will, was ist, so wird er auch die Zukunft prägen, die so wunderbar sein wird, wie wir sie uns nicht vorstellen können. Das ist der große Rahmen, in dem sich unser Leben bewegt, auch das Jahr 2018. Dieses ist Gottes Verheißung, die kein „aber“ – was uns so schnell von den Lippen kommt – kennt. Und wir müssen es nicht selber „machen“.

Uns wird Lebendigkeit verheißen, die in unsere Sehnsucht nach einem erfüllten Leben hineinkommt. Diese Sehnsucht möge unser Leben und unseren gemeinsamen Dienst in der Diakonie im neuen Jahr prägen. Denn die Sehnsucht lässt uns weiterdenken und größer hoffen, als das Tagesgeschäft. Diese Sehnsucht ist aber keine Utopie, sondern gründet in Gottes Verheißung. So wird das neue Jahr mit allem, was uns gelingt, mit allem Mühen und allen Enttäuschungen eingebettet sein in Gottes großem Lebensrahmen. Damit wir mit unserem Dienst anderen Menschen mehr Lebendigkeit erleben lassen können, schenkt Gott uns „lebendiges Wasser“, jeden Tag neue Kraft. Und das gilt auch uns persönlich: Wir sollen die Momente, in denen wir uns wirklich lebendig fühlen, wahrnehmen und genießen.

Wir, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie Mitteldeutschland, freuen uns auf lebendige, konstruktive und gegenseitig ermutigende Zusammenarbeit mit Ihnen.

Oberkirchenrat Christoph Stolte
Vorstandsvorsitzender

Kontakt

https://www.diakonie-mitteldeutschland.de

OKR Christoph Stolte
Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland

Merseburger Straße 44, 06110 Halle (Saale)
E-Mail

Download vCard

https://www.diakonie-mitteldeutschland.de/themen_in_mitteldeutschland_gedanken_zur_jahreslosung_2018_de.html