Der Wichernpreis 2012, Platz 1, dotiert mit 3.000 Euro

geht an die Diakoniestiftung Weimar – Bad Lobenstein für das Projekt „Unterstützung und Motivation zur Nachbarschaftshilfe im ländlichen, strukturschwachen Raum“

Für Menschen, die in ländlichen Regionen in Mitteldeutschland leben, ist der demografische Wandel längst mehr als nur eine Hochrechnung. Öffentliche Einrichtungen und Supermärkte schließen, mit den jungen Familien wandern auch private Dienstleistungen und Sozialeinrichtungen ab. Wer in strukturschwachen Regionen wohnt, macht sich heute Sorgen um eigene Zukunft. Wer ist da, wenn ich hilfebedürftig werde?

Im Saale-Orla-Kreis sind jetzt engagierte Bürger selbst aktiv geworden und entwickeln gemeinsam mit Diakonie und anderen Akteuren Konzepte für eine funktionierende Nachbarschaftshilfe. Alle verbindet die Überzeugung, dass zukunftsfähige soziale Strukturen im ländlichen Raum nur in einer Mischung aus professioneller und nachbarschaftlicher Hilfe erhalten werden können. Deshalb soll im Saale-Orla-Kreis ein neues Hilfemix-System etabliert werden.

Landkreis, Sozialeinrichtungen, Kirchengemeinden und Ehrenamtliche sind gleichermaßen in die Überlegungen und Aufgaben eingebunden. Alleinerziehende, betreuende und pflegende Angehörige und Pflegebedürftige sollen unterstützt werden. Menschen sollen in ihrer vertrauten Wohnumgebung auch dann weiter leben können, wenn sie auf Hilfe angewiesen sind.

Das Projekt will Strukturen aufbauen, in denen engagierte Mitbürger passgenaue Schulungen erhalten, die Zusammenarbeit von Verwaltung, sozialen Dienstleistern und Ehrenamtlichen koordiniert wird und die die Kommunikation innerhalb eines Quartiers verbessert wird.

Auf Anregung von engagierten Bürgern entwickelt die Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gemeinsam mit anderen Akteuren ein Projekt der Solidarität in unmittelbarer Nachbarschaft und zwischen den Generationen, das die Jury zur Nachahmung empfiehlt.

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