"Familien gehören zusammen" im Jahr 2021

Mit der „Aktion Familien gehören zusammen“ werden durch Krieg, Gewalt und Flucht getrennte Familien wieder vereint. Seit ihrer Gründung 2014 konnten etwa 800 Familien dank Spendenhilfe wieder zusammengebracht werden. Die Pandemie erschwert die Arbeit sehr. Dennoch konnten im vergangenen Jahr 54 Familien unterstützt werden.

Anerkannte Flüchtlinge haben das Recht, ihre Kernfamilie – also die eigenen Kinder, den Ehemann oder die Ehefrau – in die neue Heimat nachzuholen. Die Regeln sind streng und die Umsetzung schwierig. In unseren Diakonie-Einrichtungen helfen unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter dabei, die Familien wieder zu vereinen. Sind alle rechtlichen Hürden ausgeräumt, unterstützen wir mit Spenden aus unserer Aktion „Familien gehören zusammen“ die Finanzierung der Reisekosten. Dann können die Angehörigen auf sichereren Wegen nach Deutschland kommen.

Während der ersten Corona-Lockdown-Phase im ersten Halbjahr 2020 war der Familiennachzug komplett ausgesetzt. Die Grenzen waren zu. Erst ab dem 1. Juli 2020 waren Einreisen wieder möglich. Aber die Abläufe sind seitdem noch komplizierter und noch schwieriger. Bereits ausgestellte Visa waren abgelaufen. Statt unbürokratisch und schnell nach bereits bestehender Aktenlage neue Visa auszustellen, wurden neue Nachweise verlangt und dabei enge zeitliche Fristen gesetzt.

Erst allmählich hat sich die Situation entspannt. Nach und nach wurden die Regeln vereinfacht und der Familiennachzug wieder ermöglicht. Selbstverständlich galten und gelten immer die jeweils erforderlichen, gesundheitlichen Schutzmaßnahmen. Bei der Einreise aus einem Risikogebiet etwa kommt es grundsätzlich zur Anordnung von Quarantäne. Darüber hinaus sind Corona-Tests immer nötig.

Auch 2021 war in Hinblick auf die Familienzusammenführung herausfordernd. Einreisen wurden verschoben, Flüge fanden nur unregelmäßig statt und waren darüber hinaus extrem teuer. Dennoch konnten wir 54 Familien unterstützen. 166 Angehörige, darunter allein 112 Kinder, haben wir dank Spenden dabei helfen können, wieder als Familie zusammenzuleben. Die Mütter, Väter und Kinder kamen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia und der Türkei.

Aus den Spenden wurden 2021 Flug- und Fahrtkosten, Visagebühren und darüber hinaus auch Abstammungstests zur eindeutigen Klärung der Familienzugehörigkeit in Höhe von insgesamt 43.268 Euro finanziert. Die Einnahmen aus Spenden und Kollekten beliefen sich auf 25.111 Euro. Fast die Hälfte davon kommt aus regelmäßigen, vor allem monatlichen Spenden. Die Differenz können wir aus Rücklagen aus den Vorjahren ausgleichen. Da vor allem 2020 nur wenige Hilfen umgesetzt werden konnten, waren noch Mittel übrig. Jetzt hoffen wir wieder auf gute Spenden und Kollekten.

Jetzt online spenden für die Aktion Familien gehören zusammen!