Weihnachten in Israel

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Gina Flachsbart
Ökumenischer Friedensdienst

Diakonie Mitteldeutschland
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(22. Dezember 2019) Weihnachten ist das Fest der Familie. Man kommt zusammen um diese besonderen Tage mit den Liebsten zu verbringen. Doch was machen die Menschen, die Weihnachten nicht zuhause sein können? Estland, Slowakei, Israel und Argentinien. Das sind die Länder, in die wir Freiwillige des Ökumenischen Friedensdienstes entsenden. Nicht alle fliegen über die Feiertage in die Heimat. Julius Klinkhardt arbeitet in Jerusalem in einem Rehabilitationszentrum für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen. Wie er die Vorweihnachtszeit in Israel erlebt, schildert er in unserem Blog.

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Jerusalem ist eine Stadt mit 882.000 Einwohnern im Nahen Osten. Sie ist eine wichtige Stätte für die Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam.

In den letzten Wochen ist es auch bei uns, wie zu erwarten, immer kälter und unangenehmer geworden. Und mit der Kälte kommt auch der Regen, der hoffentlich bald vom Schnee abgelöst wird! Aus diesem Grund sank bei mir (und ich glaube auch bei den anderen) ein bisschen die Motivation unsere Wohnung zu verlassen um etwas zu unternehmen.

Aber je mehr die Temperaturen sanken, desto mehr stieg auch die Weihnachtsstimmung in meiner Wohngemeinschaft an. Obwohl wir sehr überrascht waren, als es auf einmal Dezember war und wir uns noch nicht mal um einen WG-Adventskalender gekümmert hatten. Mittlerweile haben wir einen Adventskalender und sogar schon ein kleines Bäumchen, das wir zusammen geschmückt haben.

Während in Deutschland schon Ende Oktober alle Fenster dekoriert, Weihnachtsmärkte und Rabattschilder aufgestellt sind, gibt es in Israel nichts dergleichen. Warum auch? Israel ist ein jüdischer Staat und Weihnachten ist den Juden genauso egal wie Silvester. Genauso egal, wie den Deutschen Rosch Haschana und das Lichterfest Chanukka ist. Beim achttägigen Chanukka-Fest gedenkt man an der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem. Dieses Jahr findet es übrigens in der Woche von Heiligabend statt, weshalb Jerusalem dann doch etwas in Feierlaune ist. Überall werden Lichter für Chanukka, sowie süßes und frittiertes Gebäck – ähnlich wie Krapfen, Berliner oder Donuts – in allen Varianten verkauft oder auch einfach verschenkt. Ich freue mich sehr, dieses Fest miterleben zu dürfen. Ach ja, gebacken haben wir übrigens auch schon fleißig. Vanillekipferl können wir mittlerweile am allerbesten.

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Julius ist 19 Jahre alt und kommt aus Eisenach. Nach seinem Abitur startete er im August 2019 seinen Freiwilligendienst bei der Diakonie Mitteldeutschland.

Allerdings gibt es neben dem großen jüdischen Einfluss auch eine christliche Minderheit in Jerusalem, für die Weihnachten eine zentrale Bedeutung hat. Deswegen gab es in Jerusalem an einem Wochenende gleich zwei Weihnachtsmärkte. Einen auf dem Gelände der YMCA (einer Hotelanlage) und den anderen in der Nähe der Altstadt. Nur wurden die beiden Weihnachtsmärkte nach zwei Tagen wieder abgebaut.

Dieses Jahr werde ich Weihnachten in Jerusalem mit Freunden verbringen und selbstverständlich, wie viele andere auch, von der Erlöserkirche aus nach Bethlehem pilgern. Es wird ein besonderes Weihnachtsfest, so ganz ohne Familie. Aber trotzdem ändert das nichts an meiner Vorfreude. Wer kann schon behaupten an Heiligabend nach Bethlehem gelaufen zu sein und in der Geburtsgrotte von Jesus gestanden zu haben?

Text und Bilder: Julius Klinkhardt

Hintergrund: Julius ist einer unser Freiwilligen, die 2019/2020 einen Ökumenischen Friedensdienst über die Diakonie Mitteldeutschland absolvieren. Dabei werden die Freiwilligen in sozialen und kirchlichen Einrichtungen unserer Partnerländer Estland, Slowakei, Israel und Argentinien eingesetzt. Mehr Informationen zum Ökumenischen Friedensdienst finden Sie auf unserer Webseite. Sie möchten mehr über Julius und seinen Freiwilligendienst in Jerusalem erfahren? Dann schauen Sie doch einmal auf seinem eigenen Blog vorbei, auf dem er seine Eindrücke und Erfahrungen beschreibt.

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